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Personalverwaltung

Wie Sie Ihr Saisonpersonal Jahr für Jahr zurückgewinnen (ohne auf Glück zu hoffen)

Dominik - CEO OneStaff8. April 20267 min Lesezeit
Hotelteam beim gemeinsamen Morgenbriefing

Das Problem, das alle ignorieren: Saisonfluktuation

Am Ende jeder Saison verabschieden sich Tausende von Hotels von ihrem Team in dem Wissen, dass die Hälfte – wenn es gut geht – nicht zurückkehren wird. Man nimmt es als gegeben hin: Das ist eben die Natur der Saisonarbeit, heißt es. Doch diese Resignation hat enorme Kosten, die kaum jemand wirklich präzise berechnet.

Die Rekrutierung, Auswahl und Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters erfordert im Durchschnitt drei bis vier Wochen Verwaltungsarbeit und zwei Wochen Einarbeitung, bis die Person zu 100 % einsatzfähig ist. Multipliziert mit jeder offenen Stelle, wird verständlich, warum viele Hotels die Saison mit einem noch unvollständigen Team eröffnen und die ersten Gäste für einen Service bezahlen, der noch nicht eingespielt ist.

Die gute Nachricht: Saisonfluktuation ist nicht so unvermeidlich, wie wir sie oft erleben. Betriebe, die gezielte Bindungsmaßnahmen einsetzen, gelingt es, 60–70 % ihres Kernteams von Saison zu Saison zu halten, gegenüber dem Branchendurchschnitt von 30–40 %.

Warum Mitarbeiter nicht zurückkehren: die wahren Gründe

Bevor man Bindungsstrategien entwickelt, muss man verstehen, warum Mitarbeiter nicht zurückkehren. Abschlussgespräche – sofern sie stattfinden – zeigen, dass die Entlohnung selten der Hauptgrund ist. Die häufigsten Ursachen sind: desorganisierte Kommunikation, Unsicherheit über den Vertrag für die nächste Saison, mangelnde wahrgenommene berufliche Entwicklung und das Gefühl, „wegwerfbar“ zu sein.

Ein Kellner, der im November nicht weiß, ob er im Juni einen Platz haben wird, beginnt Alternativen zu suchen. Ein Koch, dessen Dienstplan ohne Vorankündigung dreimal pro Woche geändert wird, entscheidet sich für eine weniger flexible, aber berechenbarere Stelle. Das ist kein Mangel an Leidenschaft für die Arbeit – es ist eine rationale Antwort auf Desorganisation.

Bindung beginnt daher mit transparenter Kommunikation und vorausschauender Planung. Betriebe, die Verträge für die nächste Saison bereits im September bestätigen, haben deutlich höhere Rückkehrquoten als jene, die bis März warten.

Die konkreten Hebel der Mitarbeiterbindung

Es gibt sechs praktische Hebel, die erfolgreiche Betriebe systematisch einsetzen. Der erste ist die frühzeitige Bestätigung: noch vor Saisonende kommunizieren, ob man die Person zurückhaben möchte, und zumindest eine schriftliche Absichtserklärung formalisieren. Der zweite ist die Anerkennung von Loyalität: stufenweise Gehaltserhöhungen, zusätzliche Leistungen und Verantwortungspositionen für Rückkehrer.

Der dritte Hebel ist Weiterbildung: die Investition in berufliche Entwicklung des Personals – Zertifizierungen, Kurse, Aufstiegsmöglichkeiten – schafft eine Bindung, die über die Entlohnung hinausgeht. Der vierte ist die Qualität der Unterkunft: Für Personal, das im Betrieb wohnt, wiegt die Qualität der Gemeinschaftsbereiche und Zimmer fast genauso schwer wie das Gehalt bei der Rückkehrentscheidung.

Der fünfte Hebel ist die Kommunikation in der Nebensaison: eine Nachricht zu Weihnachten, ein Update im März über das Programm der neuen Saison, die Einladung zur Eröffnungsveranstaltung. Wer sich im Winter erinnert fühlt, kehrt im Sommer viel eher zurück. Der sechste – oft unterschätzt – ist Technologie: Personal, das gewohnt ist, mit modernen digitalen Tools zu arbeiten, nimmt den Betrieb als professioneller wahr und identifiziert sich stärker damit.

Ein Alumni-Netzwerk für Saisonpersonal aufbauen

Die fortschrittlichsten Hotels übernehmen einen Ansatz, den große Unternehmen gut kennen: den Aufbau eines echten Netzwerks ehemaliger Mitarbeiter, die mit dem Betrieb in Kontakt bleiben. Dedizierte Gruppen, saisonale Newsletter, Einladungen zu privaten Veranstaltungen vor der Eröffnung. Dieser Ansatz erfordert minimalsten Aufwand und zeigt außergewöhnliche Ergebnisse: Viele dieser „Alumni“ empfehlen den Betrieb an Branchenkollegen weiter und multiplizieren so den Rekrutierungswert.

Mit OneStaff wird die Personaldatenbank am Saisonende nicht zurückgesetzt: Jeder Mitarbeiter, der im Betrieb gearbeitet hat, bleibt im System mit seiner Geschichte, seinen Präferenzen und seinen Qualifikationen. Wenn die Wiedereröffnung naht, reichen ein paar Klicks, um die besten Kräfte der vergangenen Saison mit einem personalisierten Angebot zu kontaktieren. Kein Hexenwerk – nur Organisation.

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